Der 12. Österreichische Radgipfel fand vom 27. bis 29. Mai 2019 in Graz statt. Besucher des Radgipfels waren bei der Veranstaltung dazu eingeladen, mit nationalen und internationalen Experten in Dialog zu treten. Ein besonderes Augenmerk lag auf der DACH Region sowie auf Zentral- und Osteuropäischen Ländern. Das Thema des Österreichischen Radgipfels „radfahren.verbindet“ zog sich durch die gesamte Programmgestaltung. In bis zu vier parallel laufenden Programmblöcken, Keynote-Vorträge und einem Rahmenprogramm wurden die verbindenden Facetten des Radverkehrs aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet.

Radspielplatz Wien Präsentation

Vortrag über Velo Freizeitanlagen und Radspielplätze – Erfolgreiche Initiativen aus Bern und Wien von Alec Hager (Die Radvokaten)

Rund 450 TeilnehmerInnen aus 22 Ländern brachten sich und das Publikum in Fachvorträgen und Diskussionen von Montag bis Mittwoch auf dem Radgipfel im Messecongress Graz auf den aktuellen Stand.

Keynotes: Radverkehr im urbanen Umfeld

Die diesjährigen Keynote-Vorträge legten den Fokus auf „Radverkehr im urbanen Umfeld“. Graz, Ljubljana und Groningen: Drei Städte mit ähnlicher Ausgangslage in Bezug auf Fläche, Bevölkerung und Topographie. Diese haben Unterschiede in der Zugangsweise, in der sie eine passende Ausgangslage für den Radverkehr schaffen wollen. Was verbindet diese Städte, was unterscheidet sie, und welche Schlüsse lassen sich aus unterschiedlichen oder ähnlichen Zugängen zum Radverkehr ziehen? Ein Einblick in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dieser Städte, kombiniert mit einem Ausflug in ihr Umland – die Stadtregionen.

Der Fokus lag dabei vor allem auf den stadt- und verkehrsplanerischen Herausforderungen des Radverkehrs. So zeigten der Architekt und Vizebürgermeister von Ljubljana Janez Koželj sowie Robert Huigen von der Stadt Groningen in ihren Impulsvorträgen auf, wie durch den Ausbau von Fußgängerzonen und Radwegen Städte zu lebenswerteren Räumen entwickelt werden können. Barbara Urban und Helmut Spinka von der Verkehrsplanung der Stadt Graz und Bernhard Wieser von der TU Graz präsentierten den internationalen Experten erfolgreiche Umsetzungen und Potenziale der Radinfrastruktur in Graz.

Die planerische Herausforderung für österreichische Städte und Gemeinden ergibt sich nicht zuletzt auch aus der Klimastrategie und dem „Masterplan Radfahren“ der Bundesregierung, welche eine Verdoppelung des Radverkehrsanteils in Österreich auf 13 Prozent bis 2025 vorsehen. Der Radverkehr als Wirtschafts- und Gesundheitsfaktor steht damit verstärkt im Mittelpunkt, ebenso die Förderung von Elektrofahrrädern sowie die Verknüpfung des Radfahrens mit dem öffentlichen Verkehr.

Zahlreiche hochqualitative Einreichungen ermöglichten am Radgipfel in Graz über 50 spannende Vorträge im Plenum und in Parallelsessions: Aussteller-Expo, eine Poster- / Ballon-Session (als „Warm-Up“ am Mittwoch bot diese im Speeddating-Stil die Möglichkeit, ein großes Spektrum an interessanten Projekten und Initiativen kennenzulernen. Im direkten Dialog mit den Experten erhielten die Teilnehmer detaillierte Informationen zu den vorgestellten Projekten, Initiativen und Umsetzungen aus erster Hand) sowie ein Fahrraddiebstahlschutz-Workshop des Grazer Urban Mobility Labs, boten gute Möglichkeiten, Fachwissen auszutauschen und vertiefte Gespräche zu führen.

Sessions am Radgipfel

Lastenfahrrad mit E-Motor

Modernes Lastenrad mit dem man auch kleine Kinder transportieren kann

Sessions wie „Chancen & Möglichkeiten des Transportrads“ zeigten spannende Fakten und Erkenntnisse zum vielfältigen Einsatz von Transporträdern in der Praxis. Dem Lastenrad, neuerdings gerne auch Transportrad genannt, wohnt ein besonderes Potenzial inne. Es bietet die Möglichkeit, auch schweres und vor allem voluminöseres Transportgut oder auch Personen von A nach B zu transportieren. Damit bietet es sowohl im privaten als auch im professionellen Sektor eine interessante Alternative zum Auto.

Oder beispielsweise Session A3 „Radfahren als Tourismusthema„: Das Fahrrad ist nicht nur das ideale Verkehrsmittel für den Alltagsverkehr, sondern eignet sich auch sehr gut, um Land und Leute im Urlaub kennen zu lernen. Wie grenzübergreifender Radtourismus funktionieren kann, wie sich Radfahren mit lokalen Tourismusangeboten verbinden lässt und welche Rolle verlassenen Bahnstrecken dabei spielen.

Höhepunkte vom Radgipfel in Graz

Radveranstaltungen in Graz

Radfahrer beim Grazer CityRadeln

  • Montag, 27. Mai 19:00: Abendempfang mit Bürgermeister Siegfried Nagl und Verkehrslandesrat Anton Lang im MesseCongress Süd
  • Dienstag, 28. Mai 17:30: Grazer CityRadeln Radtour mit bis zu 700 Grazer Radler und 1 Labestation. Start und Ziel am Ziel am Mariahilferplatz. Rund 370 TeilnehmerInnen nahmen am beliebten Radkorso durch die Grazer Innenstadt teil.
  • Dienstag, 28. Mai 20:30: Radgipfel Party im Dom im Berg (Grazer Schlossberg)
  • Mittwoch, 29. Mai 16:00: 6 thematische Exkursionen mit dem Fahrrad in und um Graz

Weitere Informationen: https://radgipfel2019.zgis.at/