Radfahren im Herbst ist für viele Radler die schönste Zeit des Jahres. Es ist längst nicht mehr so heiß wie im Sommer, aber auch nicht so kalt wie im Winter, wo man sich zweimal überlegt, ob man es sich doch nicht lieber drinnen gemütlich macht. Wenn die Landschaft in bunten Farben erblüht, gilt es aber ein paar wichtige Punkte für eine sichere Radtour im Herbst zu berücksichtigen.

Im Herbst ist besonders auf eine gute Sichtbarkeit als Radfahrer zu achten. Als Rücklicht empfiehlt sich ein sogenanntes Standlicht, das auch beim Stehen an der Kreuzung weiter leuchtet. Es ist darauf zu achten, dass das Fahrrad mit den vorgeschriebenen Reflektoren ausgestattet ist: Nach vorne ist ein weißer Rückstrahler vorgeschrieben, nach hinten ein roter, beide dürfen in den Scheinwerfer oder das Rücklicht integriert sein. Neben Rückstrahlern an den Pedalen sind seitlich orange-gelbe Rückstrahler (sogenannte Katzenaugen) oder alternativ dazu reflektierende Reifen vorgeschrieben. Wichtig ist es auch, achtsam zu fahren. So kann nasses Laub die Fahrbahn rutschiger machen, insbesondere in Kurven. Wer das Fahrrad im Frühjahr und Sommer viel genutzt hat, sollte das Fahrrad einem Service unterziehen.

Tipps für das Radfahren im Herbst

  1. Besonders aufmerksam und umsichtig fahren.
  2. Auf gute Beleuchtung achten, als Rücklicht ist ein Standlicht zu empfehlen. Sichtbarkeit bringt Sicherheit.
  3. Darauf achten, dass das Fahrrad mit den vorgeschriebenen Reflektoren ausgerüstet ist (weißer Rückstrahler nach Vorne, roter Rückstrahler nach Hinten, beide dürfen in den Scheinwerfer oder das Rücklicht integriert sein; seitliche Rückstrahler oder reflektierende Reifen und Rückstrahlern an den Pedalen)
  4. Helle Kleidung erhöht die Sichtbarkeit.
  5. Auf gut funktionierende Bremsen achten.
  6. Die Fahrbahn kann durch nasses Laub rutschiger sein, daher besonders bei Kurven und Brücken achtsam sein. Auch Straßenbahnschienen oder Kanaldeckel sind bei Nässe rutschiger.
  7. Reifen mit gutem Profil verbessern die Bodenhaftung.
  8. Kette reinigen und ölen. Wer seit dem Frühjahr viel Rad gefahren ist, sollte das Fahrrad einem Service unterziehen (lassen).
  9. Nieselregen ist im Herbst häufig. Regenhose und Regencapes sorgen dafür, trocken ans Ziel zu kommen.

Radfahren im Herbst als Klimaschutz

Wer Alltagswege mit dem Fahrrad fährt, tut der eigenen Gesundheit Gutes und leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Bei täglich mehr als 800.000 Kilometern, die von den Steirerinnen und Steirer mit dem Rad gefahren werden, werden laut VCÖ alleine in der Steiermark rund 160.000 Kilogramm CO2 vermieden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt täglich eine halbe Stunde Bewegung. Wer Alltagswege mit dem Rad fährt, kommt so auf eine tägliche Portion gesunde Bewegung. Bewegung beugt Krankheiten vor, stärkt das Immunsystem und wirkt sich positiv auf die Stimmung aus. Durch Bewegung werden einerseits Stresshormone abgebaut und andererseits Nervenbotenstoffe vermehrt.

Österreichs Bundesregierung hat im Jahr 2018 zwar beschlossen, die CO2-Emissionen des Verkehrs bis zum Jahr 2030 um ein Drittel zu reduzieren. In den vergangenen vier Jahren sind die klimaschädlichen Emissionen laut VCÖ jedoch gestiegen, statt zu sinken. Rund 60 Prozent der Verkehrsemissionen verursacht der Autoverkehr. Sechs von zehn Autofahrten sind kürzer als 10 Kilometer. Die Bundesregierung ist nun gefordert, den Ausbau der Rad-Infrastruktur in den Städten, Gemeinden und Bundesländer viel stärker als bisher zu fördern. Eine Radverkehrs-Milliarde des Bundes soll Österreichs Rad-Infrastruktur endlich auf ein zeitgemäßes Niveau bringen. Auch Österreich braucht Radschnellwege, das sind möglichst kreuzungsfreie, breite Radwege. Damit kann das Potenzial der weit verbreiteten Elektro-Fahrräder besser genutzt werden.

Im Unterschied zum Auto verlängert beim Fahrrad der E-Motor die Reichweite und ermöglicht es deutlich mehr Personen auch Strecken von zehn oder fünfzehn Kilometer mit dem Rad zu fahren.

so VCÖ-Sprecher Gratzer.