Radfahren bei Schnee ist für viele Radler im Winter nicht immer selbst verständlich, aber mit unseren Tipps kommt man auch als Radfahrer auf verschneiten Straßen besser voran.

Winterreifen fürs Fahrrad

Eine Winterreifenpflicht für Fahrräder wie für Autos gibt es zwar nicht, dennoch ist es ratsam, bei winterlichen Verhältnissen einen profilierteren Reifen zu nutzen. Diese Fahrradreifen eigenen sich hierfür:

  • Marathon GT 365 von Schwalbe: Bei Temperaturen bis zum Gefrierpunkt sowie leichtem Schneefall ist dieser Reifen eine Überlegung wert. Er wird als Ganzjahresreifen bezeichnet und hat im Vergleich zu anderen Trekkingreifen ein Lamellenprofil sowie eine spezielle Gummimischung, die besseren Halt verspricht.
  • Fahrrad-Reifen Winter von Schwalbe: Bei vereisten Strecken ist der Kauf eines Spike-Reifen ratsam. Diese sind bei Fahrrädern im Gegensatz zum Auto erlaubt. Die Spikes krallen sich am Boden fest und verhindern ein Wegrutschen der Räder.

Reifendruck reduzieren

Fahrradreifen Schnee

Wer keinen speziellen Winterreifen hat sollte den Luftdruck auf den Minimaldruck reduzieren. Dadurch wird die Auflagefläche des Profils vergrößert und die Traktion beim Radfahren bei Schnee etwas verbessert. Bei der Einstellung ist eine Luftpumpe mit Manometer hilfreich. Mountain- und Fatbiker haben hier generell den Vorteil, dass das Profil eine bessere Traktion bietet und sich schneller reinigt. Deshalb nutzen manche Radler gerne ein altes Mountainbike als Winterfahrrad. Auch für Spike-Reifen gilt: Bei Maximaldruck rollen diese besser, bei Minimaldruck greifen mehr Spikes.

Kette im Winter säubern und warten

Damit der Antriebsstrang bei Schnee und Matsch nicht rostet und weitere Teile der Schaltung beschädigt, sollte man die Fahrrad-Kette gerade im Winter regelmäßig pflegen. Für den Wintereinsatz sind wasserabweisende, hochviskose Kettenöle zu empfehlen. Diese sind darauf ausgelegt, dass sie auch bei Schnee die Schmierwirkung aufrecht erhalten. Zusätzlich hilft im Winter Kettenwachs wie vom Hersteller Tunap Sports um eine zusätzliche Schutzschicht auf der Kette aufzutragen. Ein Kettenschutz (z. B. Hülse von Fahrer Berlin) hilft, Schmutz oder Schnee vom Reifen von der Kette fernzuhalten. Für Ganzjahresfahrer mit Nabenschaltung eignen sich auch EPT-Ketten von KMC, die durch ihre Antirost-Beschichtung deutlich resistenter gegenüber Salzwasser sind, oder ein komplett rostfreier und fast nicht pflegebedürftiger Riemenantrieb.

Fahrrad-Licht richtig bei Schneefall einstellen

Bei dichtem Schneetreiben sollten Radfahrer auch tagsüber mit Licht unterwegs sein. Viele Scheinwerfer im Nabendynamobetrieb (z. B. IQ-X von Busch & Müller) verfügen über ein sensorgesteuertes Tagfahrlicht. Man muss diese deshalb nur noch einschalten und der Scheinwerfer regelt den Rest. Nur die richtige Montage vom Fahrrad-Licht muss regelmäßig geprüft werden: Wichtig ist dabei, den Gegenverkehr nicht zu blenden und dabei selbst zu sehen und gesehen zu werden. Zur groben Orientierung sollte der hellste Fleck des Scheinwerfers etwa zehn Meter vor dem Rad auf der Straße liegen. Das gilt auch bei Akkubeleuchtung.

Bremsen überprüfen

Fahrrad Bremsen Schnee

Nässe, Dreck und Schnee und Tauwasser beschleunigen den Verschleiß der Fahrrad-Bremse. Deshalb empfiehlt es sich, die Bremsfunktion stets im Blick zu behalten.

  • Hydraulischen Scheibenbremsen haben den Vorteil, dass sie wetterunabhängiger funktionieren als mechanische und Felgenbremsen.
  • Die Bremsbeläge sollten noch ungefähr 1,5 Millimeter dick sein.
  • Bei Felgenbremsbelägen gibt es gut sichtbare Einkerbungen auf den Bremsflächen. Sind diese weg sollte man die Bremsbelag tauschen.

Akku bei E-Bikes erst kurz vor der Fahrt laden

Bei kalten Temperaturen sinkt die Akku-Leistung. Deshalb sollte im Winter der Akku am besten bei Zimmertemperatur gelagert und geladen und erst kurz vor Fahrtbeginn ins E-Bike eingesetzt werden. Ein Neopren-Cover hilft dem Akku beim Erreichen und Behalten der Betriebstemperatur und schützt ihn vor Nässe.

Passende Kleidung zum Radfahren im Winter

Wärmende und isolierende Jacken sind beim Radeln bei Schnee Pflicht. Hier hat der Men‘s Cyclist padded Parka von Vaude einen die Radfahrerhaltung unterstützenden Schnitt aus und schützt etwa auch den verlängerten Rücken. Für drunter orientiert man sich am besten am sogenannten Zwiebelprinzip. Eine dünne Schicht Funktionsunterwäsche als Basis übernimmt den Feuchtigkeitstransfer. Merinowolle hat sich hier bewährt. Die Isolationsschicht (Pullover oder Fleece) hilft, die Körperwärme zu speichern. Die wetterfeste Oberschicht schützt gegenüber äußeren Einflüssen.

Eine wasserfeste Softshell-Hose (z. B. Naughtvind Softshell von 45Nrth) fungiert als Nässe- und Kälteschutz. Wind- und wetterabweisende Winterhandschuhe und eine Mütze unter dem Helm sollten zur Grundausstattung für das Radfahren im Winter zählen. Für den Schutz der Füße bietet der Hersteller 45Nrth zusätzlich spezielle Winterfahrradschuhe an, die über Klickpedale-kompatible Sohlen verfügen. Im besten Fall sollten die Bekleidungsprodukte Reflektoren für mehr Sichtbarkeit an dunklen Wintertagen aufweisen. Alternativ können auch reflektierende Buttons und Kletts angebracht werden.

Fahrtechnik im Winter: Vorausschauend fahren

Radfahrer Schnee

  • Vereiste Stellen oder Schneeverwehungen stellen für Radfahrer im Winter eine hohe Gefahrenquelle dar.
  • Am besten nicht lenken oder bremsen, gelassen bleiben und das Rad ausrollen lassen.
  • Um Gefahrenquellen zu minimieren, möglichst vorausschauend fahren.
  • Bei Schnee können rutschige Stellen auch schnell verdeckt sein. Deshalb lieber frühzeitig bremsen und das Tempo immer vor der Kurve drosseln.

Satteleinstellung verringern für mehr Sicherheit

Wenn man den Sattel etwas tiefer stellt, kommt man im Notfall mit beiden Füßen besser auf den Boden. Das erhöht das Sicherheitsgefühl und erleichtert das Abfangen, wenn man doch einmal ins Schlingern gerät.

Link

www.cityradeln.at/radfahren-winter.html