Der Wald ist ein bei Radfahren ein immer beliebter werdendes Erholungsziel. Neben Nutz-, Schutz- und Wohlfahrtsfunktion ist die Erholungsfunktion aber eine ganz wesentliche, die unbedingt erhalten bleiben muss. Einige Regeln müssen deshalb beim Radfahren im Wald beachtet werden. Es braucht einen vernünftigen Ausgleich aller Ansprüche: Faires und rücksichtsvolles Miteinander und das Einhalten von Fair-Play-Regeln ist ein Muss für alle Erholungssuchenden im Wald.

Mountainbiken nur auf gekennzeichneten Wegen und mit Zustimmung des Grundeigentümers

Nach dem Forstgesetz ist das Betreten des Waldes – also zu Fuß – für Erholungszwecke für jedermann freigegeben. Doch entgegen der gängigen Meinung besteht kein Recht auf Nutzung des Waldes, das über das Gehen beziehungsweise Wandern hinausgeht. Freizeitaktivitäten wie zum Beispiel Mountainbiken oder Reiten dürfen nur auf gekennzeichneten Wegen und mit Zustimmung des Grundeigentümers ausgeführt werden. Wer mit Fahrrad, Motorrad oder Pferd abseits öffentlicher Routen ohne Genehmigung des Grundbesitzers unterwegs ist, lebt damit einseitig und illegal seine Interessen aus, ohne auf die anderen Waldbesucher, auf die Natur und auf das Ökosystem Wald insgesamt Rücksicht zu nehmen.

Diese Regeln gelten nicht aus Jux und Tollerei. Dahinter stecken zahlreiche Gründe, denn wenn jede Gruppe den Wald einseitige für sein Interesse nutzt, ohne auf die vielen anderen Rücksicht zu nehmen, dann werden damit die vielfältigen und multifunktionalen Leistungen des Waldes gefährdet. Es würde die Umwelt, die Schutzwirkung und die Urproduktion gefährden sowie Konfliktpotential in der Erholungswirkung mit sich bringen.

so DI Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich. Eine Freizeitnutzung im Wald ohne Regeln hätte vielfältige Auswirkungen auf die Funktionen des Waldes:

  1. Erholungsraum: Ein Konkurrenzkampf um den Wald und Konflikte zwischen unterschiedlichen Freizeit-, Sport- und Erholungsinteressen auf denselben Flächen und Wegen ist vorprogrammiert.
  2. Arbeitsplatz Wald: Es entsteht erhöhtes Arbeits-, Unfall- und Haftungsrisiko.
  3. Ökosystem: Filterung des Wassers, Verlust an Biodiversität und auch die Schutzwirkung des Waldes können dadurch verloren gehen.
  4. Lebensraum für Wild: Vermehrter Stress der Wildtiere führt zu vermehrten Wildverbiss und Verdrängung der Wildtiere.

Insgesamt darf nicht vergessen werden, dass einvernehmliche Lösungen vor Ort der richtige Ansatz und ein Erfolgsmodell sind – im Sinne der Natur, der vielfältigen Waldleistungen und auch aller Waldbesucher. Es geht um speziell markierte und ausgeschilderte Fahrtrouten, und zwar genau dort, wo Bedarf besteht. Nur gemeinsam mit allen Beteiligten und Verantwortlichen können Routen oder Zonen definiert werden, die sicherstellen, dass alle Interessen – Freizeitnutzung, Forstwirtschaft, Naturschutz, Tourismus, Jagd etc. – berücksichtigt werden.

so Montecuccoli. Vertragliche Lösungen sichern alle notwendigen Rahmenbedingungen wie die Ausweisung der Flächen, die Wartung der Routen und der Infrastruktur (Beschilderung, Müll etc.), die Finanzierung, die Haftung und auch Konzepte zur Konfliktvermeidung zwischen den verschiedenen Waldnutzern. Es gibt bereits in allen Bundesländern von Ländern und Kammern eingerichtete Plattformen, die sehr erfolgreich die Nachfrage und das Angebot koordinieren.

Klimawandel, Schadereignisse und gesteigerte Ansprüche durch verschiedenste Gesellschaftsgruppen setzen dem Wald derzeit stark zu. Ein ehrlich gelebtes Fair-Play ist daher das Gebot der Stunde und die Verantwortung jedes einzelnen, wenn wir die Wälder von heute in eine sichere Zukunft bringen wollen.

appelliert der Verbandspräsident an ein rücksichtsvolles Verhalten bei der Freizeitnutzung in der Natur.