In Städten ist das Fahrrad immer stärker im Kommen, auch bei Urlaubsreisen wird immer öfter in die Pedale getreten: Radreisen boomt. Touristiker beziffern die Zuwachsraten in den letzten Jahren auf bis zu zehn Prozent – und eine Trendwende ist nicht in Sicht.

In der Steiermark will man das Potenzial nutzen und den Rad-Tourismus weiter forcieren.

Jeder zweite Österreicher radelt aktiv und regelmäßig. Und nachdem die Steiermark Radwege in Hülle und Fülle hat, haben wir einen Radsommer ausgerufen.

so Erich Neuhold, Geschäftsführer von Steiermark Tourismus: Über 4.500 Kilometer weit erstreckt sich das Radwegenetz in der Steiermark, dazu kommen Mountainbike-Strecken von 5.100 Kilometern. Neu ist der verlängerte Feistritztal-Radweg R8, zudem wurde die Weinland Radtour in der Lipizzanerheimat und der Südsteiermark verlängert. Auch für Mountainbiker wird viel geboten: Auf der Reiteralm wurde in Junior- und Single-Trails investiert, in Aflenz wurde gar eine eigene Bikearena ins Leben gerufen. Im Gesäuse lockt mit der Trans Nationalpark eine zehntägige Mountainbike-Tour, die auf 450 km die Nationalparks Gesäuse und Kalkalpen verbindet.

Spezialisierung auf Radtouristen

Auf den Rad-Trend reagieren immer mehr Gastwirte und Hoteliers: Sie spezialisieren sich auf die sportlichen Gäste. Mittlerweile tragen bereits 100 steirische Tourismus-Betriebe das Gütesiegel „Bett & Bike“ – und garantieren damit Services wie Radabstellplätze, Werkzeug bei Pannen und Kurzbuchungen für eine Nacht.

Seit heuer ist auch das Quellenhotel der Heiltherme Bad Waltersdorf ein radzertifizierter Betrieb. Die Gäste werden laut Geschäftsführer Gernot Deutsch immer aktiver und wollen zusätzlich zur Therme Sportangebote nutzen. Der Betrieb hat heuer sogar eine eigene Rennradwoche initiiert und will das Rad-Angebot nächstes Jahr noch weiter ausbauen. Auch im Vulkanland boomt der Radtourismus, wie Richard Schischek, Chef des gleichnamigen Radhotels in Halbenrain, erklärt:

Die Nachfrage hat extrem zugenommen. Wir reagieren darauf mit einem breiten Angebot – von der Radgarage mit Werkstatt bis zu Lunchpaketen sowie einem Wäscheservice und geführten Touren.

Dass sich das Radfahren zu einem Wirtschaftsfaktor gemausert hat, zeigt auch eine Studie des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit. Demnach werden durch den Radverkehr in Österreich Wertschöpfungseffekte von 882,5 Millionen Euro erwirtschaftet – und 18.328 Arbeitsplätze geschaffen. Den größten Anteil nimmt der Radtourismus mit 317 Millionen Euro bzw. 53 Prozent ein.

Quelle: WKO Steiermark